Xenia
Du hattest einen Namen. Du hattest ein warmes Plätzchen. Eine Pflegemama. Und Liebe.
Aber nur für einen einzigen Tag.
Du warst so klein und so schwach.
Und trotzdem hast du noch so tapfer gekämpft.
Vor wenigen Tagen wurdest du mit deinem Bruder Xavi mutterseelenallein auf einem Feldweg gefunden. Vollkommen blind, weil eure Augen so stark entzündet waren, schwer krank, dehydriert und völlig unterernährt. Eigentlich solltet ihr etwa 800 Gramm wiegen – du hattest gerade einmal 400 Gramm.
Du warst einfach viel zu klein und zu schwach. Dein kleiner Körper hatte keine Reserven mehr. Trotz all unserer Bemühungen hast du es nicht geschafft – und uns bricht es wieder einmal das Herz.
Denn dort, wo ihr gefunden wurdet, werden seit Jahren immer wieder kranke und vermeintlich ausgesetzte Kitten gefunden. Viele von ihnen sind so schwach, dass sie kaum eine Chance haben zu überleben. Und das alles nur, weil Menschen ihre Katzen nicht kastrieren lassen.
Dabei wäre es so einfach, dieses Leid zu verhindern. Eine Kastration kann verhindern, dass immer wieder Kitten geboren werden, die niemand versorgt und die schließlich krank, hungrig und verzweifelt ums Überleben kämpfen müssen.
Xenia, du bist leise gekommen und leise gegangen. Dein Bruder Xavi kämpft weiter. Für euch beide.




