Es gibt Orte, an denen kleine Kitten keine guten Chancen haben. Unserer war so einer.

Unser Start ins Leben war… sagen wir mal: sportlich ambitioniert. Man hat uns in einem Industriegebiet entdeckt – ein Ort, an dem man als kleines Kitten besser nicht zur falschen Zeit am falschen Ort ist
(wir haben beides gleichzeitig ausprobiert) .
Die Tierhilfe wurde informiert und schnell war klar: Das hier wird kein kurzer Einsatz. Das wird ein größeres Projekt mit Einfang- und Kastrationsaktionen.

Es ist Winter. Und Winter nimmt keine Rücksicht auf Kitten. Wir mittendrin, mit der leisen Erkenntnis,
dass das Schicksal das hier wohl eher als Mutprobe geplant hatte. Während wir versuchten, irgendwie durchzukommen, lief im Hintergrund schon der Einsatz. Denn da waren Menschen. Nicht einmal kurz. Sondern immer wieder. Mit Fallen , Kameras , Zeit , Geduld und eindeutig zu wenig Schlaf.
Sie kamen, warteten, froren, gingen kurz und kamen wieder. Es war so kalt, dass selbst wir uns fragten,
ob man Frost irgendwo melden kann oder ob das ein Abo ist, aus dem man nicht mehr rauskommt.

Nach mehreren Nächten voller Hoffen und Zittern
wurden wir schließlich gesichert. Dass wir das überlebt haben, war kein Selbstläufer – das war Glück, Einsatz, Herz und ziemlich gutes Timing.

Jetzt sind wir auf unserer Pflegestelle: warm-sicher-mit vollem Napf.
Unsere Pflegemama zeigt uns geduldig, dass Hände streicheln können , dass Menschen gar nicht so übel sind und dass man mit großen Augen erstaunlich viel erreicht (wir testen das gerade sehr intensiv ).

Was uns jetzt noch fehlt: Namen. Und bitte keine belanglosen. Wir haben schon jetzt mehr Geschichte erlebt als manch erwachsene Katze. Darum wünschen wir uns Namen aus der Serie „Outlander“ Geschichte, Abenteuer, Drama und Überleben – passt verdächtig gut zu drei kleinen Kämpfern.